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03.04.2025 | Erfolgreicher Abschluss der Teilsanierung an der Stauanlage Gigerwald

Die Schneeschmelze kann kommen

Ende März und pünktlich vor Beginn der Schneeschmelze konnten die Hauptarbeiten am Fusse der Gigerwald-Staumauer vorzeitig abgeschlossen werden. Keine Selbstverständlichkeit, denn die nicht alltägliche Baustelle stellte Projektleitung und Mitarbeitende vor aussergewöhnliche Herausforderungen. Seit Anfang April läuft der Wiederaufstau. 

Diesen Winter wird Erich Schmid nicht so schnell vergessen. Als Axpo Projektleiter der Teilsanierung an der Stauanlage Gigerwald liefen bei ihm alle Fäden zusammen. Jetzt, Anfang April, kann er erleichtert sagen: «Wir haben die Hauptarbeiten planmässig, vorzeitig und ohne grössere Zwischenfälle abgeschlossen». Das Resultat kann sich wortwörtlich sehen lassen – zumindest so lange, bis der Stausee wieder aufgestaut ist. Auf den ersten Blick ist es ist ein mehr als 20 Meter hoher Turm aus Beton, den die 50 Mitarbeitenden in sechs Monaten am Fusse der rund 150 Meter hohen Staumauer errichtet haben. Doch das Bauwerk ist mehr als nur ein Turm: Es enthält zwei grosse Leitungen für den Wasserdurchfluss. Die eine Öffnung, mit einem Querschnitt von rund 5.8 x 9.0 m2, ist für das sogenannte Triebwasser da. Also das Wasser, das die Turbinen in der Zentrale Mapragg durchströmt und antreibt. Die zweite Öffnung, mit 3.5 Meter Durchmesser, ist der Grundablass, gewissermassen der Stöpsel des Stausees, durch den das Wasser, wenn nötig, abgelassen werden kann. 

Die Höherlegung der Einlaufbauwerke für das Triebwasser und den Grundablass war aufgrund der zunehmenden Verlandung am Seegrund notwendig geworden. Rund 25 Millionen Franken haben Axpo und die Kraftwerke Sarganserland AG für das Projekt investiert. Damit habe sie die langfristige Betriebssicherheit der Stauanlage Gigerwald gesichert und einen substanziellen Beitrag an die Versorgungssicherheit mit erneuerbaren Energien sowie die Winterstromversorgung geleistet. Die Arbeiten hätten schon 2022 durchgeführt werden sollen, wurden aber aufgrund der damals befürchteten Strommangellage um zwei Jahre verschoben. 

Verlandung weit fortgeschritten

Es war also höchste Zeit für den Projektstart. «Im Sommer 2024 hatten wir im Turbinenwasser hohe Sandanteile zu verzeichnen», sagt Erich Schmid. Ein klares Zeichen dafür, dass die Sedimente am Seegrund bereits die Höhe der bestehenden Einlaufbauwerke erreicht hatten. «Wir mussten deshalb früher als geplant mit der Entleerung des Stausees beginnen». Ein weiteres Problem: Der Grobrechen vor dem Einlaufbauwerk war durch Steine und Holz verstopft, das Wasser konnte so nicht wie vorgesehen durch die Baustelle geleitet werden. «Dank dem Einsatz aller Beteiligten konnten wir dieses Problem rasch lösen. Geholfen hat auch die geringe Abflussmenge der Tamina». 

Das Wetter meinte es ohnehin gut, der Winter war eher mild und schneearm. Denn der Zeitplan war eng getaktet und duldete keine grösseren Verzögerungen. «Vor dem Einsetzen der Schneeschmelze musste alles fertig sein», sagt Erich Schmid. Denn die grösseren Wassermengen hätten einen Baustopp notwendig gemacht. So weit ist es zum Glück nicht gekommen, nicht zuletzt dank akribischer Planung und gründlicher Vorbereitung. «Wir hatten bereits im Juni 2024 mit intensiven Vorbereitungen vor Ort begonnen», sagt Erich Schmid. Es galt, schwere Maschinen, teilweise mit Ausnahmetransporten, durch die engen Zufahrtswege zu bringen. Zudem wurden grosse Mengen von Zement, Kies und Armierungsstahl auf den Installationsplatz gebracht. Die beiden grossen Krane hatten die Staumauer während dem zweijährigen Unterbruch gar nicht erst verlassen.

Im September 2024 war dann alles bereit. Erich Schmid: «Ab dann konnten wir die Hauptarbeiten alle gemäss den Plänen und innerhalb des eng getakteten Terminprogramms ausführen». Sehr hilfreich waren auch die vorgefertigten Betonteile, welche passgenau wie Legosteine eingebaut werden konnten. 

Wiederinbetriebnahme bis Ende April

Alle diese Faktoren haben dazu beigetragen, dass die Wiederaufstauung bereits Anfang April begonnen hat. Je nach den Wassermengen in den Zuflüssen wird es rund drei Wochen dauern, bis der Seespiegel die Höhe des neuen Einlaufbauwerks erreicht hat. Danach können die Turbinen in der Zentrale Mapragg wieder in Betrieb gehen und die Generatoren Strom produzieren. Die Schneeschmelze kann kommen.

Parallel dazu werden alle Baustelleninstallationen zurückgebaut und der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt. Während der Bauarbeiten war der Zugang zur Staumauerkrone eingeschränkt. Diese Sperrung wird voraussichtlich bis Ende Mai andauern, da neben dem Rückbau der Installationen auch Instandsetzungsarbeiten an der Fahrbahn erforderlich sind. 

Kraftwerke Sarganserland AG

Die Kraftwerke Sarganserland AG (KSL) umfasst ein Hochdruckwasserkraftwerk mit Pumpspeicherbetrieb. Seit 1976 produziert es jährlich rund 450 Mio. Kilowattstunden Strom. Das Wasser stammt aus dem Calfeisental und dem benachbarten Weisstannental, wird im Stausee Gigerwald gesammelt und in den Zentralen Mapragg bei Vadura und Sarelli bei Bad Ragaz turbiniert. Der Stausee Gigerwald liegt zwischen den fast 2000 Meter hoch, schroff und steil aufragenden Kalkwänden am Nordfuss des Ringelspitzes. Er wird im Westen durch die idyllische, im Sommer bewirtete Walsersiedlung St. Martin und im Osten durch die fast 150 Meter hohe Staumauer begrenzt. Im Rahmen des Pilotprojekts «Hydro 4.0» wurde die KSL zum ersten digitalen Wasserkraftwerk der Schweiz.

Die Kraftwerke Sarganserland AG ist ein Partnerunternehmen von Axpo und dem Kanton St. Gallen. Axpo hält 98.5 Prozent der Anteile, der Kanton St. Gallen die restlichen 1.5 Prozent.

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