28.02.2025 | Axpo's Rolle in Finnlands Energiezukunft
Nachhaltigkeit bei Axpo geht über Klimaschutz hinaus. Sie basiert auf vier Dimensionen – Planet, People, Principles und Progress – und widerspiegelt das Engagement für langfristige wirtschaftliche, ökologische und soziale Verantwortung über die Dekarbonisierung hinaus. Denn die Energiewende braucht mehr als Ambitionen – sie braucht Taten.
Axpo treibt den Ausbau erneuerbarer Energien konsequent voran. Allein im letzten Jahr hat Axpo über 300 MW neue Wind- und Solarkapazitäten ans Netz gebracht, hauptsächlich in Frankreich. Gleichzeitig treibt Axpo ihre Aktivitäten in Finnland weiter voran.
Diese Fortschritte werden in der Nachhaltigkeitsdimension „Planet“ des Axpo Nachhaltigkeitsberichts 2023/24 hervorgehoben und zeigen, wie lokale Partnerschaften und innovative Energielösungen die Energiewende beschleunigen können.
Ein besonderes Projekt des Ausbaus ist der Windpark Lålax in der westfinnischen Gemeinde Vörå. Axpo übernahm den Park im Oktober 2023. Er umfasst vier Turbinen mit einer Gesamtleistung von 24,8 MW. Der Bau begann Ende 2024, die Inbetriebnahme ist für Herbst 2025 geplant. Nach Fertigstellung wird der Windpark jährlich rund 70 Gigawattstunden (GWh) erneuerbaren Strom produzieren.
Finnland baut seine erneuerbare Energiekapazität rasant aus, wobei Windkraft eine zentrale Rolle in der nachhaltigen Energiezukunft des Landes spielt. Bereits heute stammen über 90 % des finnischen Stroms aus emissionsarmen Quellen, fast ein Viertel davon aus Windenergie. Das Ziel der Klimaneutralität bis 2035 macht Finnland zu einem attraktiven Markt für Windenergie – bringt aber auch neue regulatorische Herausforderungen und Netzkapazitätsgrenzen mit sich.
Für Joakim Ingves, Leiter der Windaktivitäten von Axpo in Finnland, ist das Projekt Lålax ein wichtiger Meilenstein. „Neben diesem Fortschritt ist auch unser Team in Finnland gewachsen – von einer Person auf sechs Vollzeit- und zwei Teilzeitkräfte“, berichtet er. Das unterstreicht Axpos kontinuierliche Expansion und die wachsende Bedeutung des Unternehmens für den finnischen Energiemarkt.
Finnlands Weg zur Klimaneutralität
Neue Windparks stehen vor mehreren Herausforderungen. Der Ausbau wird durch das Fehlen direkter staatlicher Förderungen erschwert. Stattdessen werden Power Purchase Agreements (PPAs) genutzt, um die Wirtschaftlichkeit der Projekte zu sichern.
Hinzu kommen Herausforderungen bei der Flächennutzung. „Einer der grössten Hürden sind militärische Pufferzonen, vor allem in Grenznähe zu Russland“, erklärt Ingves. „Jedes neue Windprojekt muss erst von den finnischen Verteidigungsbehörden genehmigt werden. Zusätzlich setzen viele Kommunen mittlerweile eigene Regeln fest – das macht die Prozesse komplexer.“
Neben den militärischen Anforderungen spielt der Umweltschutz eine zentrale Rolle. Finnland hat strenge Biodiversitätsauflagen, insbesondere für Greifvögel. So müssen Windkraftanlagen mindestens zwei Kilometer von Adlerhorsten entfernt sein, was die Standortwahl einschränkt. Um die Risiken für Vogelpopulationen zu minimieren, sind Umweltverträglichkeitsprüfungen vorgeschrieben und Überwachungstechnologien wie Vogelradar erforderlich. Diese erkennen heranfliegende Vögel und können Turbinen temporär abschalten.
„Interessanterweise gelten ähnliche Auflagen inzwischen auch für Solarenergie. Während Windkraft weiterhin herausfordernd bleibt, bewegen wir uns in einem zunehmend komplexen, aber dynamischen Markt“, so Ingves.
Trotz dieser regulatorischen Hürden konnte Axpo das Lålax-Projekt zügig umsetzen – ein Vorteil, denn alle Genehmigungen lagen bereits vor. „Normalerweise dauert es rund drei Jahre, bis ein Projekt dieser Grösse realisiert werden kann“, erklärt Ingves. „ Dank der vorhandenen Genehmigungen, der engen Zusammenarbeit mit unseren Teams in Deutschland und Frankreich und der Expertise unseres nordischen Handelsteams konnten wir deutlich schneller vorankommen.“
Höhere Turbinen für Finnlands Wälder
Eine Besonderheit der finnischen Windenergie ist die Höhe der Anlagen. Anders als in Deutschland, wo Windparks oft auf offenen Feldern stehen, befinden sich finnische Anlagen überwiegend in Waldgebieten – was höhere Türme erforderlich macht.
Der Windpark Lålax setzt auf Turbinen mit einer Nabenhöhe von 134 Metern, um auch in bewaldetem Terrain optimale Erträge zu erzielen. „Die Umgebung bestimmt die Technologie“, erklärt Ingves. „Unsere Anlagen stehen mitten im Wald – sie müssen also höher sein, um die besten Windverhältnisse nutzen zu können.“
Mehr als nur Wind – die Zukunft der Energieversorgung
Windenergie bleibt ein zentraler Bestandteil der finnischen Energiewende – doch Ingves sieht noch mehr Potenzial für Diversifizierung. „Die Netzkapazität ist eine der grossen Herausforderungen“, sagt er. „ Für eine langfristige Energiesicherheit brauchen wir einen Mix aus Lösungen - nicht nur Wind, sondern auch Solarenergie und Batteriespeicher. Wir sehen hier grosse Chancen für weiteres Wachstum.“ Die aktuelle geopolitische Lage unterstreicht zudem die Bedeutung dezentraler Energielösungen.
Axpos Strategie geht über die sichere Energieversorgung hinaus und fokussiert sich – national wie international – auf den Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Weiterentwicklung des Grosskunden- und Handelsgeschäfts.
Mit dem Fortschritt beim Windpark Lålax bekräftigt Axpo ihr Engagement für eine nachhaltige Energiezukunft. Das Projekt zeigt, was möglich ist, wenn Innovation, Nachhaltigkeit und Zusammenarbeit Hand in Hand gehen. Mit über 300 MW neuer Wind- und Solarkapazität im letzten Jahr ist Axpo weiterhin eine treibende Akteurin der Energiewende in Europa.
Ingves bleibt optimistisch, was die Zukunft der erneuerbaren Energien in Finnland angeht. „Erfolg in dieser Branche erfordert Geduld und eine langfristige Vision“, betont er. „Selbst die besten Lösungen sind nicht immer sofort umsetzbar. Aber durch den engen Austausch mit Anspruchsgruppen, die kontinuierliche Anpassung an neue Vorschriften und den Einsatz moderner Technologien können wir Veränderungen vorantreiben. Finnland hat enormes Potenzial - und Axpo wird mit innovativen Lösungen dazu beitragen, diese Energiezukunft aktiv mitzugestalten.“
Erfahren Sie mehr über Axpos Nachhaltigkeitsansatz und die Highlights aus dem letzten Berichtsjahr im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht 2023/2024.